Rita Walch

Rita Walch (Foto)
«Mir gefällt es, wenn die Fantasie Rollschuh läuft!» Rita Walch, Schaan (Schrift)

Aus Schaan/Liechtenstein. Jahrgang 1952.

Mutter von zwei Töchtern. Auf Reisen in ferne Länder und bei Streifzügen durch ihre Seelenlandschaft hat sie schon die amüsantesten Kapriolen erlebt. Arbeitet bei der LLB in der Abteilung Finanzintermediäre Services.

Die LLB-Gruppe setzt auf Mitarbeitende mit Persönlichkeit. Charakter und Haltung, Ecken und Kanten, Vorlieben und Neigungen bereichern den Dialog mit unseren Kunden. Gegenseitige Wertschätzung erfolgt auf Augenhöhe: partnerschaftlich, kompetent, persönlich.

Der Sinn des Lebens? Ja, das ist eine grosse Frage. Woher kommen wir?

Wozu sind wir hier? Wohin gehen wir? Für Kinder sind solche Fragen meist mit der Entdeckung ihrer unmittelbaren Umgebung verbunden. Als ich klein war, drehte sich alles nur um Haus und Familie.

Ich verliebte mich in meinen Grossvater. Er war für mich der schönste Mann auf Erden. MarzellinMein Grossvater Marzellin, bei dem ich oft in seinem Schuppen sass, wo er auf der Werkbank geduldig Spielzeug für mich bastelte und mir dabei packende Geschichten erzählte. Ich himmelte ihn an und wollte ihn sogar heiraten. Er hat sich nie darüber lustig gemacht, hat nur immer gemeint: «Weisst du, bis du so weit bist, dass wir heiraten können, bin ich viel zu alt für dich». Josef BalzersWenn er ab und zu aus Balzers verreisen musste, um seinem Sohn Josef in Broc (Kanton Freiburg) zu helfen, habe ich ihm sogar Liebesbriefe nachgeschickt. Broc«Lieber Nehne…», schrieb ich dann.

Ganz unschuldig und sehr kindlich. Aber die Welt draussen wartet, sie lockt und will entdeckt werden. Sobald ich alt genug war, ging ich 1975 auf Weltreise. TeheranTeheran war damals mein letzter Stopp. Ich wohnte in einer Jugendherberge mitten in der Stadt und wollte von dort mein Flugzeug nach Zürich erreichen. Aber genau an dem Tag wurde ein Generalstreik ausgerufen. Keine Taxis, keine Busse, keine Züge. Geld hatte ich auch keines mehr. Ich beschloss, es per Autostopp zu versuchen. Alleine, als junge Frau, in Teheran. SamirSamir, der Leiter der Jugendherberge, malte mir was in Farsi (persische Sprache) auf ein Schild. Damit stellte ich mich einfach auf die Strasse und bald hielt tatsächlich ein Auto an. Der Fahrer war ein älterer Teheraner mit wildem Bart und einer Art Turban. Wir konnten uns nur mit Gesten verständigen. Er sprach kein Englisch, ich sprach kein Farsi. Die Fahrt kam mir immer länger und länger vor. Ich bekam Angst. Was, wenn ich irgendwo in der Wüste landete? Die Vorstellung schnürte mir die Kehle zu. Doch plötzlich fuhren wir am Flughafen vor. Der Fahrer half mir mit dem Gepäck und verabschiedete sich mit einer eleganten Verbeugung. Anscheinend war der Text auf dem Schild wirklich gut. Ich weiss allerdings bis heute nicht, was Samir da drauf geschrieben hat.

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