Werner Meier

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«Man muss die Menschen so nehmen, wie sie sind.» Werner Meier, Schellenberg (Schrift)

Aus Schellenberg/Liechtenstein. Jahrgang 1950.

Verheiratet und Vater von vier Söhnen. Sein ganzes Berufsleben ein Menschenbegleiter. Das sei ein grosses Wort, meint er bescheiden. Er versuche aber, ständig ein offenes Ohr für seine Kolleginnen und Kollegen zu haben. Arbeitet seit 22 Jahren bei der LLB, heute als Leiter des Stabs Group Human Resources.

Der Mensch ist viel mehr als ein Faktor oder ein Rohstoff. Die Unternehmenskultur der LLB-Gruppe gibt dem Individuum viel Platz. Andere reden von Humankapital. Wir sprechen lieber von menschlichen Werten: dem Miteinander, der gegenseitigen Achtung und Anerkennung.

Ursprünglich komme ich aus dem Lehrberuf. Schüler, Eltern, Lehrer, Behörden. Kommunikation, Ausgleich und Verständnis standen damals für mich im Mittelpunkt. Diese Erfahrungen sind in meiner Funktion als Leiter Group Human Resources nach wie vor wertvoll. Mein Gegenüber ist der Mensch, so wie er ist.

Schon als Bub kam ich in Kontakt mit Menschen, die mich faszinierten. In SchellenbergSchellenberg wohnten in unserer Nachbarschaft junge Novizen im Pfarrhaus. Wir Kinder schauten ihnen gerne zu, wenn sie Holz hackten, den Garten umgruben oder Obst ernteten. Erwin KoblachRichtig neugierig gemacht haben sie uns, besonders der junge Novize Erwin aus Koblach (Vorarlberg). Ich erinnere mich noch gut daran, wie er manchmal unter dem Fenster gesessen, seine Gitarre gespielt und Lieder dazu gesungen hat. Mit uns Buben hat er öfters Scherze getrieben und uns Dinge erzählt, die wir einfach nicht glauben konnten. Dann sind wir schnurstracks nach Hause gelaufen, um die Mutter zu fragen, du stimmt das, was der Erwin so behauptet. Einmal hat er uns ganz im Ernst weisgemacht, dass Koblach die Hauptstadt von Österreich sei, und wir haben ihm das tatsächlich geglaubt!

Nach seinem Theologiestudium ist Erwin als Missionar nach Brasilien gegangen. Seit 1981 leitet er als Bischof vom Xingu die flächenmässig grösste brasilianische Diözese. Ursula XinguDa meine Schwester Ursula den Bruder von Erwin, Josefden Josef, geheiratet hat, ist auch Erwin quasi ein Teil meiner Familie geworden. Wenn er in seiner Heimat zu Besuch ist, nimmt er sich gerne die Zeit für ein Wiedersehen. Was er berichtet, scheint wie aus einer anderen Welt: über die harten Lebensbedingungen von armen, ausgebeuteten Menschen, über die lebensbedrohenden Gefahren, denen er sich durch seinen Einsatz für die Rechte der Indios aussetzt. Es kann dann auch gut vorkommen, dass er in gemütlicher Runde spontan zur Gitarre greift, wie damals unter dem Fenster als Novize im Pfarrhaus Schellenberg. Der Vorarlberger, der zu den Indios gegangen ist und sich unter Menschen wie Du und ich am wohlsten fühlt. Ein Freund mit beneidenswerter Energie, dessen Leben und Wirken ich schon seit Jahrzehnten bewundere.

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