Wirtschaftsräume

Europäischer Wirtschaftsraum

Allgemeine Zahlungsdienste (ABZ)

Seit 1. November 2009 ist die neue Zahlungsdienste-Richtlinie der Europäischen Union in Kraft. Diese stellt unter anderem sicher, dass grenzüberschreitende Zahlungen genauso einfach, effizient und sicher abgewickelt werden wie Transaktionen innerhalb eines EU-Mitgliedsstaates respektive des EWRs.

Die ABZ erhöhen den Kundennutzen bei Zahlungsdienstleistungen. Sie wurden in Liechtenstein durch die Schaffung des Zahlungsdienstegesetzes umgesetzt. Die Vorschriften wirken sich insbesondere bei folgenden Punkten auf das Vertragsverhältnis zwischen dem Kunden und der Bank aus: Regelung wichtiger Aspekte im Zusammenhang mit der Erteilung von Zahlungsaufträgen, Festhalten von klaren Regeln zur Ausführung von Zahlungsaufträgen und Festlegung von maximalen Ausführungsfristen für Zahlungsvorgänge.

Im Rahmen der Einführung der Zahlungsdienste-Richtlinie wurde eine aussergerichtliche Schlichtungsstelle für Streitfälle zwischen Kunden und Banken oder Wertpapierfirmen, Vermögensverwaltungsgesellschaften sowie weiteren Institutionen eingerichtet.

Richtlinie UCITS IV

Die EWR-Mitgliedsstaaten müssen bis März 2011 die UCITS-IV-Richtlinie (Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities) umsetzen. Diese Richtlinie sieht Vereinfachungen beim Fondsvertrieb in anderen Mitgliedsstaaten sowie in Bezug auf Fondsverschmelzungen und das Pooling von Vermögenswerten vor. Zudem wird ein EU-Pass für Verwaltungsgesellschaften eingeführt.

Einheitlicher Wirtschaftsraum mit der Schweiz

Mehrwertsteuergesetz

Liechtenstein hat im Jahr 1994 mit der Schweiz einen Vertrag über die Mehrwertsteuer abgeschlossen. Aufgrund dieses Vertrages ändert Liechtenstein per 1. Januar 2010 diverse Bestimmungen des Mehrwertsteuergesetzes. Rund fünfzig Einzelmassnahmen sollen dazu beitragen, die Unternehmen administrativ zu entlasten. Per 1. Januar 2011 soll die Mehrwertsteuer erhöht werden; dennoch bleibt sie im internationalen Vergleich niedrig.