Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Sehr geehrte Damen und Herren (Handschrift)

Das Geschäftsjahr 2009 hat gezeigt, dass sich auch die LLB-Gruppe internationalen Krisen nicht entziehen kann. In diesem Umfeld haben wir bewusst langfristig investiert – in den Ausbau unserer Position in den Zielmärkten und in unsere IT-Plattform.

Die Wirtschafts- und Finanzpolitik hat viele Herausforderungen gemeistert und wichtige Schritte für die Zukunft gesetzt. So werden die Diskussionen um das Bankkundengeheimnis mittlerweile wieder sachlich geführt und die Finanzplätze Liechtenstein und Schweiz zeigen sich anpassungsfähig. Beide Länder befinden sich nach der Unterzeichnung von jeweils zwölf Doppelbesteuerungs- beziehungsweise Informationsabkommen auf der Weissen Liste der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD). Insbesondere der Finanzplatz Liechtenstein konnte sich im anspruchsvollen Marktumfeld gut behaupten: Die Stabilität der Banken war jederzeit gewährleistet und sie benötigten keinerlei staatliche Unterstützung.

Dr. Josef Fehr – Vorsitzender der Geschäftsleitung (Foto)

Kerngesund und solide kapitalisiert

Das Geschäftsmodell der LLB-Gruppe ist breit diversifiziert und auf unsere traditionellen Stärken wie Sicherheit, Stabilität, Kontinuität und Kundennähe ausgerichtet. Unsere Zahlen belegen, dass sich dieses auch im Berichtsjahr bewährt hat.

Die Erträge verbesserten sich um 10.1 Prozent auf CHF 529.3 Mio. Dabei entwickelten sich die wichtigsten Komponenten unterschiedlich: Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft sank um 20.0 Prozent auf CHF 194.4 Mio., der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft reduzierte sich um 12.0 Prozent auf CHF 236.0 Mio. Dank der Erholung an den Finanzmärkten resultierte ein positiver Erfolg aus Finanzanlagen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet, von CHF 33.2 Mio., der Anteil am Erfolg assoziierter Unternehmen belief sich auf CHF 30.9 Mio. Insgesamt lag das Konzernergebnis mit CHF 181.0 Mio. 20.2 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Das den Aktionären der LLB AG zustehende Ergebnis betrug CHF 174.2 Mio. Dies entspricht einem Gewinn von CHF 6.12 pro Aktie.

Operative Ergebnisse durch Rahmenbedingungen bestimmt

Im Geschäftsfeld Markt Inland verzeichneten wir wie in den Vorjahren ein steigendes Hypothekarvolumen. Wir gewannen Marktanteile hinzu und erreichten bei den Kundenausleihungen Rekordmarken. Zudem war in unseren beiden Heimmärkten das Private Banking ein bedeutendes Wachstumsfeld. Die Kundenvermögen erhöhten sich um 13.2 Prozent auf CHF 12.7 Mia. Diese Steigerung resultiert je zur Hälfte aus Netto-Neugeld-Zuflüssen und performance- bedingten Vermögenszunahmen. Das Segmentergebnis vor Steuern belief sich auf CHF 44.4 Mio. (Vorjahr: CHF 49.8 Mio.).

Im Geschäftsfeld Markt International wurde das Ergebnis von der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie von der internationalen Steuerdiskussion beeinflusst. Die damit einhergehende Verunsicherung der Anleger führte zu rückläufigen Zins- und Kommissionserträgen. Der Netto-Neugeld-Abfluss betrug CHF 939 Mio. Die Kundenvermögen sanken um 4.3 Prozent auf CHF 15.0 Mia. Das Segmentergebnis vor Steuern erreichte CHF 23.7 Mio. (Vorjahr: CHF 62.6 Mio.).

Dr. Hans-Werner Gassner – Präsident des Verwaltungsrates (Foto)

Erfolge konnten wir insbesondere in den neuen Märkten erzielen. Die seit 2008 tätige Repräsentanz in Dubai beispielsweise entwickelte sich trotz der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheiten erfreulich. Mit der Bank in Wien, welche im November 2009 eröffnet wurde, intensivieren wir das Onshore Private Banking in Österreich. Der neue Standort ist zugleich ein idealer Ausgangspunkt, um die Märkte in Zentral- und Osteuropa stärker zu bearbeiten.

Im Geschäftsfeld Markt Institutionelle verzeichneten wir ein gutes Ergebnis. Die Zurückhaltung der Anleger und Fondspromotoren führte zwar zu tieferen Courtageerträgen, gleichwohl verbuchten wir Rekordwerte im Depotbankengeschäft: Per 31. Dezember 2009 betreuten wir rund 200 Depotbankmandate. Dies entspricht einer Zunahme von 13 Mandaten. Dank des Netto-Neugeld-Zuflusses von CHF 89 Mio. und der guten Performance erhöhten sich die Kundenvermögen um 14.0 Prozent auf CHF 17.2 Mia. Das Segmentergebnis vor Steuern betrug CHF 79.9 Mio. und lag damit 25.8 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Erfolgreiche Implementierung der Bankensoftware

Seit Januar 2010 arbeitet die Bank Linth mit der neuen Version von «Avaloq». Im LLB-Stammhaus und bei der Liechtensteinischen Landesbank (Schweiz) AG wird der Wechsel auf die neue IT-Plattform per Anfang 2011 erfolgen. Der zentrale Systembetrieb für die drei involvierten Banken ist in Vaduz vorgesehen.

Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Das Projekt «Business Process Management» erlaubt uns, Doppelspurigkeiten abzubauen, das Leistungsangebot rasch zu erweitern und organisatorisch einfachere sowie kostengünstigere Abläufe zu gestalten.

Im Projekt «Shared Services» analysieren wir Prozesse und Dienstleistungen, um Synergiepotenziale innerhalb unserer Gruppe aufzuzeigen. Das wesentliche Ziel besteht darin, die gute Kostenstruktur aufrechtzuerhalten und die Wettbewerbsfähigkeit der LLB-Gruppe zu erhöhen. Die gleiche Zielsetzung verfolgen wir mit der Vereinbarung mit der VP Bank, in Logistik- und Informatikfragen zusammenzuarbeiten, um Synergien zu nutzen und Skaleneffekte zu realisieren. Erste Projekte betreffen die Bereiche «Druck und Versand» sowie «Rechenzentren».

Wechsel im Verwaltungsrat

An der Generalversammlung vom 8. Mai 2009 sind Dr. Michael Ritter, Helmuth Elkuch und Peter Harald Frommelt nach sieben beziehungsweise acht Jahren aus dem Verwaltungsrat der LLB AG ausgeschieden. Zu deren Nachfolgern hat der liechtensteinische Landtag Markus Foser, Markus Büchel und Roland Oehri gewählt.

Bestätigung der Wachstumsstrategie

2009 hat der Verwaltungsrat die Drei-Säulen-Strategie (Festigung Heimmarkt Liechtenstein, Ausbau Aktivitäten Schweiz, Aufbau neuer Märkte) überprüft und präzisiert. Das Bankgeschäft soll kontinuierlich ausgeweitet werden. Wir treiben deshalb die Diversifikation sowohl geografisch als auch hinsichtlich der Kundensegmente konsequent voran. Im internationalen Bereich steht das Cross Border Private Banking im Vordergrund. Die Bank Linth soll verstärkt als Plattform für den Ausbau der Aktivitäten im Schweizer Onshore Banking genutzt werden.

Dividende

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von CHF 3.40 pro LLB-Aktie. Die Dividendenrendite beträgt damit, bezogen auf den Jahresschlusskurs von CHF 68.95, 4.9 Prozent.

Ausblick

Angesichts der Unsicherheiten über die weitere wirtschaftliche Entwicklung und der anspruchsvollen Rahmenbedingungen ist es schwierig, eine Prognose für den Geschäftsverlauf 2010 abzugeben. Wir werden an unserer nachhaltigen Wachstumsstrategie festhalten und diese Schritt für Schritt umsetzen. Dabei stehen die Stärkung der Präsenz in unseren Heimmärkten sowie der Ausbau des internationalen Private Bankings im Fokus.

In Bezug auf die Wachstumsperspektiven der LLB-Gruppe bleiben unsere mittelfristigen Ziele unverändert: Wir wollen Netto-Neugelder von mindestens 3 Prozent und eine Eigenkapitalrendite von über 15 Prozent erreichen, eine Tier 1 Ratio von 12 Prozent halten und eine Cost-Income-Ratio ausweisen, die im internationalen Spitzenfeld der Branche liegt.

Dank

Wir danken unseren Mitarbeitenden für ihren grossen Einsatz. Ein herzlicher Dank gebührt unseren Kundinnen und Kunden für ihre Treue und die gute Zusammenarbeit sowie Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, für die begleitende Unterstützung. Ihr Vertrauen ist uns Ansporn.

Dr. Josef Fehr – Vorsitzender der Geschäftsleitung (Unterschrift)

Dr. Josef Fehr
Vorsitzender der Geschäftsleitung

Dr. Hans-Werner Gassner – Präsident des Verwaltungsrates (Unterschrift)

Dr. Hans-Werner Gassner
Präsident des Verwaltungsrates